Samstag, 3. Dezember 2011

Osterinsel - Rapa Nui

Rapa Nui - Easter Island - Isla de Pascua  - eine Insel die viele Namen trägt... aber dadurch wird sie nicht groesser, sondern bleibt ca. 24km lang und ca. 5km breit. Um die Insel herum und einmal mitten durch verläuft eine Straße, die fast durchweg asphaltiert ist. Da es um die Insel kein schützendes Riff gibt, donnern die Wellen des Pazifik ungebremst an den Strand oder auf die Steine. Das sieht dann jedesmal so aus, als ob es kleine Explosionen gibt. Toll. Dem Schauspiel könnte ich ewig zuschauen.

Auf der Insel gibt es nur einen Ort, in welchem ca. 5000 Menschen leben. 3000 davon sind Chilenen,  ca. 250 Ausländer und der Rest Einheimische.

Soweit die Fakten. Ich kam an einem Sonntagnachmittag bei besten Wetter an. Alle Ankömmlinge bekamen einen Blumenkranz um den Hals gehängt - Aloae He...echtes Südseefeeling.

Schon am Flughafen hab ich mir ein Zimmer besorgt. Eine Recherche im Internet ergab, dass die Zimmer zwischen 20.000 und 40.000 Chilenische Pesos kosten. Meistens ist kein Frühstück dabei. Essen und Trinken sind teuer. Also hab ich mal in Santiago vorgebaut und mir meine Frühstückzutaten selber gekauft.

Müsli und Jogurt, Käse und Wurst. Brot und Milch gibt es immer billig vor Ort, denn da wo Menschen leben, gibt es (fast) immer Getreide und Kühe...

Also zurück zum Flughafen. Dort hat mich eine nette ältere Dame angesprochen und mir ihr Hostel vorgestellt. Chez Cecilia. Nette Bilder, direkt am Meer gelegen, Wifi, großes Zimmer, Frühstück incl. Das ganze für 24.000. Ok. Mein Bauchgefühl sagte mir - Gute Wahl - und es hat sich bestätigt. Ich war alleine in dem Hostel, konnte die Küche und Kühlschrank benutzen. 3min zum Meer.

Ein erster Rundgang durchs Dorf zeigte mir, dass es auf den Osterinseln auch ATM´s gibt :-), Souvenirshops o mas, Bars, nette Restaurants. Das Problem war nur, dass am Sonntag fast alles geschlossen hat :-) So verlegte ich meine Erkundungstour auf die Betrachtung der Mohai´s - wie die Statuen heißen.

Auf Rapa Nui gehen die Uhren auch wieder anders. Es herrscht die gleiche Zeitzone wie in New York. Also 6h zu Deutschland.

Und das Inselleben beginnt um Punkt 9h. Zuvor hat alles zu, keiner geht ans Telefon - Nada. Grinz. Das Feeling dort würde ich als sehr entspannt und so ein bisschen merkt man den Einfluss von Tahiti , dass wohl der Osterinsel am nächsten ist.

Ich wollte natürlich eine Inseltour machen - am liebsten mit einem Guide, der einem dann die ganzen  mysterischen Dinge erklärt bzw. Einem erklärt, was man eigentlich nicht weiß :-).

Aber es sollte nicht sein. Es ist nämlich so, dass die meisten Touragenturen an einem Tag zwei Halbtagestouren anbieten (meistens in den Süden der Insel) und am andren Tag eine Ganztagestour. Nun - an dem Tag an welchem ich die Ganztagestour machen wollte, gab es natürlich nur die Halbtagestouren.

So entschloss ich mich ein Fahrzeug zu mieten. Meine Wahl fiel auf ein Quad. Ich versprach mir davon
ne Menge Fun. Das letzte Mal als ich so ein Ding gefahren hab, lag schon ein paar Jahre zurück (Ägypten, Wüstentour und Nachtausfahrt in den Sonnenaufgang..). Ich hatte mich aber nach ner halben Stunde wieder “eingefahren” und der Spaß konnte beginnen. Das Teil machte ne Menge Spaß, da man unglaublich gut damit driften kann (siehe ein Video in Facebook - entlang der Küste...das war ein Adrenalinschub..hahaha).. 

Ich fuhr auch in den Süden - dort gibt es einen Vulkankrater, der so aussieht wie man sich einen Vulkankrater vorstellt, Rund, tief, an der Seite ein Loch, wo die Magma/Lava rauslief. Tolle Location. Googelt mal oder schaut euch auf Facebook meine Bilder zu Rapa Nui an, wenn ich diese vollständig eingestellt hab.

Am Nachmittag befand ich mich auf der Westseite der Insel. Dort kann man in Höhlen steigen. Ich hatte meine Taschenlampe vergessen, aber so ein Knicklicht dabei. Hat für die erste Höhle grad so gereicht... bei Höhle zwei, ging ich im Dunkeln rein. Eingang 50x80cm - also verdammt eng. Hab mir natürlich mehrfach den Schädel angeschlagen.. Aber es hat sich gelohnt - am Ende der Höhle waren zwei “Fenster” die direkt an der Steilküste (30m über dem Meer) lagen. Auch eine tolle Örtlichkeit.

Beim Rückweg aus der Hoehle ist es dann passiert. Ich hab mir wieder den Schaedel angehauen und dabei meine schoene Ray Ban Sonnenbrille verloren. Meine tolle Brille aus Miami. Als ich draussen war bemerkte ich es nicht sofort, sondern erst 5min später, also zurückgerannt und rein in die Höhle.

Mit dem Foto Bilder im Dunkeln gemacht und ausgewertet, keine Spur von der Brille. Dann kam noch ein Spanier mit Lampe rein - Höhle abgesucht. Keine Brille. Hä?

Ich raus. Aufs Quad und ein paar Radfahrer eingeholt, welche auch mit mir in der Höhle waren. “Ja, deine Brille haben wir gesehen, ein Tourguide hat diese gefunden und gefragt, wem die gehört”. Ich hab das Bild von dem Mann genau im Kopf, da er mir beim rausgehen kurz geleuchtet hatte. Also mit dem Quad in  den Ort gefahren.

Es kann ja nicht so viele Agenturen in einem 5000 Einwohner Dorf geben. Denkste... ich glaube jeder Mann dort arbeitet in einer Agentur als Guide. Nach 3h Stunden war ich keinen Schritt weiter. Jemand hatte die Idee, dass ich doch zum Inselradio fahren könnte und dort eine Durchsage machen soll. Hahaha.

Das Radio hatte aber schon zu....Morgen um 9h :-). Am Abend war ich dann noch Fisch essen - klar, was sonst auf so einer Insel.

Nächsten Tag. Ich war schon seit 7h wach und ne Runde laufen.

Mein erster Weg führte mich um 9h, nachdem ich mein Quad losgeworden bin, zum Radio. 

Das Radio ist ein Teil der Gemeindeverwaltung, so sprach ich im Büro des Bürgermeisters vor. Dessen Empfangsdame brachte mich zum Radio. Am Abend zuvor hatte ich mir mittels Google Translater den Sachverhalt, die Örtlichkeit und eine Personenbeschreibung des Guides ins Spanische übersetzt.


Der Radiomensch meinte, dass ich doch selbst meine Durchsage machen sollte ;.-)) hahaha. Ich im Radio und auf Spanisch . Hahaha. Und 3min später saß ich ernsthaft im Tonstudio, die Empfangsdame neben mir  - und ich laß meinen holprigen Sachverhalt von Zettel auf spanisch vor :-) die Empfangslady sprach dann auf Rapa Nui/polynesisch nochmal das gleiche. Sowas. So schnell kommt man ins Radio :))

Die Tour welche ich an dem Tag machte, war nicht so der “Bringer”. Wenn man es gewohnt ist, selber zu reisen und anzuhalten wo man will um Bilder zu machen, ist es gewöhnungsbedürftig in einer Gruppe zu reisen, wo man alles vorgeschrieben bekommt.

Und es war eine deutsche ne eigentlich eine oesstereichische Gruppe. Schrecklich. Ich weiß nicht warum wir Deutsche uns so dumm benehmen müssen. Nicht, dass die Leute dort so aus dem Rahmen  fielen, aber irgendwie gibt es in Reisegruppen so ein komisches Verhalten, was typisch deutsch ist. Schwer zu beschreiben, aber wenn du mit englischsprechenden Menschen unterwegs bist, ist es einfach anders. Offener, lustiger. Wir Deutsche sind schon ein echt ernstes Volk.

Egal. So ist das halt. Im Bus war noch eine Nette aus Esslingen (ja, so klein ist die Welt), eine Holländerin und ein New York Journalist. Wir vier haben uns gleich gefunden und den Tag zusammen verbracht. Das war dann wieder lustig.

Mein absoluter Lieblingsort auf der Insel war dann der ehemalige Steinbruch, wo die ganzen Mohai rausgeschlagen wurden. Ein Berg, lindgrünes, kurzes Gras, die Statuen bis zum Kopf eingegraben, zarthellblauer Himmel mit weißen Wölkchen (siehe Bilder in Facebook) geil. Einfach nur geil.


Am Abend ging ich nochmals zum Radio. Auf dem Weg dorthin wurde ich mehrfach von Leuten angesprochen, wie es mir geht, ob ich meine Brille wieder hätte :-) hä?? Es fuhren Autos vorbei und die Leute drin hupten mir und riefen “ciao To mas, com es sta?” was soviel heißt - Hey Thomas, wie gehts?
Das Radio hat seine Wirkung getan - leider hat es mir meine Brille nicht wieder gebracht. Seufz.

Ich besuchte dann mit den drei anderen eine Kari Kari Show, wo die Leute einheimsiche Tänze zeigten. Unser Tourguide, der normalerweise in Dachau lebt und als Installateur arbeitet (lach) spielt e in der Gruppe Gitarre und hat uns gute Plätze besorgt.

Die Tänzer und Tänzerinnen waren durchweg sehr schöne Menschen mit guten Körpern, so dass es Spaß machte diesen beim Tanzen zuzusehen. Die Mädls kannte ich teilweise vom Sehen, da einige in den Agenturen arbeiteten, wo ich nach meiner Brille gefragt habe. Und so kam es dann natürlich auch an eine Zeit, wo Leute aus dem Publikum zum Tanzen auf die Bühne sollten.

Ja - ich war jedesmal, aber auch jedesmal (3x insgesamt) oben und hab getanzt. Ich hab mich gefühlt wie Donkeykong :-)) muss wohl lustig ausgesehen haben, den die Leute haben sehr gelacht ;:-) zum Glück war ich aber nicht ganz alleine, sondern es wurden dann nach und nach noch mehr aus dem Publikum geholt.

Aber meine Brille hat es mir auch nicht wieder gebracht. Seufz.

Und dann kam der letzte Tag. Ich ließ mich mit einem Taxi ans andere Ende der Insel fahren. Mein Gepäck hatte ich alles dabei - das ließ ich im Taxi und bat den Menschen mit um 12.30h abzuholen, dam mein Flug um 14h ging.

Ich drückte mich an dem einzigen schönen Strand rum, den ich fast den ganzen Morgen für mich alleine hatte. Was für ein Ort. Weisser Sandstrand, blaues Meer, Palmen und hinter die eine Reihe von Mohai´s die da so rumstehen. Ein ungewöhnlicher Ort zum baden und vielleicht grad deshalb so schön.

Der Taxifahrer kam für südamerikanische Verhältnisse recht pünktlich. Der Rest war recht unspektakulär. Der Flug ging halt 4,5h und als ich spätabends in Santiago ankam, war es grad beste Zeit um Essen zu gehen :-).

Ich war dann ein paar Tage in Valparaiso, das ca. 1h mit dem Bus von Santiago entfernt am Meer liegt. Sehr interessante Stadt, die von der UNESCO den Status eines Weltkulturerbes verliehen bekommen hat. Die Häuser sind toll in den Hang gebaut und es gibt ne Menge Kunst, Künstler, Graffitti usw zu sehen.

Nun sitz ich am Flughafen und wart auf meinen Flug nach BA. Ich fliege mit PUNO. Aber nur das eine Mal. Hey die Airline ist so was von schlecht... man muss für sein Gepäck extra zahlen und zwar am Schalter. Das steht im Internet wenn man bucht nicht so drin. Tolle Sache wenn du auf einmal 30 Dollar zahlen sollst...

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