Am Flughafen in Santa Cruz trennten die Wege von Nici und mir. Sie flog nach San Paulo und weiter in die Heimat. Ich bestieg einen Flieger nach Argentinien. Mein Teil hatte 1,5h Verspätung. Ich erfuhr, dass mein Gepäck in Buenos Aires auch nicht durchgereicht wird (was ich vermutet hatte) und ich neu einchecken muss.
Hierzu musste ich den internationalen Flughafen, der ca. 35km vor der Stadt liegt verlassen und mit einem Bus zum nationalen Flughafen (EZE) fahren.
Mein Flug von Mendoza ging dort um 20h. Also in BA zuerst mal zum Terminal von Argentina Airlines gegangen und nach einem Verbindungsbus zum anderen Flughafen gefragt. Ich erfuhr, dass aufgrund der Verspätung ein Bustransfer sehr knapp wird. Die Fluggesesellschaft hat mir dann aufgrund der Verspätung ein Taxi bezahlt :-). Die Fahrt zwischen den Flughäfen dauerte über 1h und das am Sonntagabend, wo kaum Verkehr herrschte. Ich kam wohlbehalten am nationalem Flughafen an und kurze Zeit später saß ich bereits im Flieger nach Mendoza.
Ich hatte ja über Couchsurfing eine Bleibe für drei Nächte organisiert. Mit dem Taxi dorthin..erster Eindruck..sehr ruhige Wohngegend, normaler Eindruck.. Über das Internet erfuhr ich, dass mein “Host” in einer Beziehung mit einem Mann lebt :-) Ich hab damit kein Problem, solange ich meine Ruhe habe :-) und was muss ich sagen.. Die beiden Jungs waren echt cool und sehr sehr nett. Ich hab mein eigenes Zimmer und schlafe über 9 Stunden. Wie geht denn dass?
An meinem ersten Tag in Mendoza schaute ich mir die Stadt an und esse erstmal FLEISCH.. Ein dickes, dickes Rindersteak...man ist das gut..kein Vergleich zu Europa.. Unglaublich saftig und leeecker. Dazu trink ich natürlich eine Flasche Rotwein aus Mendoza.. So muss Urlaub sein.
Mendoza ist eine lebendige Stadt, welche mich mit einer Frühlingssonne erwartet. Die Bäume sind zart grün u es liegt ein Duft von Flieder und Blumen in der Luft. Mein zweiter Frühling :-) in diesem Jahr. Die Temperatur erinnert allerdings eher an Mai oder Juni:-) es ist heiß.
Ich bin wieder in der westlichen Welt angekommen :-) keine kleine, kastenförmigen Andenfrauen mit Bowlerhut auf dem Kopf. Nein, hier laufen anmutige und sehr wohlgeformte Argentinierinnen herum, die teilweise eine Genickstarre verursachen :-) nett. Ich buche mir eine Weintour für den nächsten Tag.
In Mendoza gibt es über 1000 Winzer. Die Region Mendoza produziert über 75% des gesamten Weines für Argentinien. Hiervon bleiben über 80% im Inland. Der Rest geht nach Amerika usw. Nur ein sehr kleiner Teil geht (leider) nach Europa.
Am Nachmittag schau ich mir das Fussballstadion an, das 78 bei der WM und dieses Jahr beim Copa Amerika Austragungsort von wichtigen Spielen war. Geh auf einen Aussichtsberg und betrachte mir die Gegend.
Mendoza ist ungefähr so groß wie Heilbronn und im Gegensatz zum Unterland total flach.
Bei meiner Weintour am nächsten Tag erfahr ich interessante Dinge über den Weinbau hier. Die Tour wurde mir von einem Australier, den ich in Bolivien traf empfohlen - und Recht hatte er! Teuer aber gut!
Ich hab für den Tag 150 US Dollar hingelegt - hier viel Geld. Aber es war jeden Cent wert.
Die Tour ging von 9h - 18h ! Wir besuchten 4 Weinbaubetriebe. Überall Führungen. Es gab insgesamt 3 x Sekt und 20! Weine zu kosten. Am Nachmittag ein Gourmet Lunch mit einem fantastischem Fleisch, serviert mitten in den Weinreben. Toll.
Insgesamt sind wir 6 Leute. Ein netter Holländer, Paar aus Neuseeland, Vater und Sohn aus Rio.
Letzterer (Vater) ist nach der 2. Bodega sternhagelvoll :-) und wird für den Rest des Tages nichts mehr sprechen, dafür aber alles leertrinken :-)
Hier werden hauptsächlich Merlot und Malbec Trauben angebaut. Diese werden per Hand gelesen (wie bei uns) und dann nochmal auf einem Förderband per Hand von Leuten ausgelesen.
Die Trauben erfahren wir (rot) werden nur sanft gepresst, dass die Samen/Kerne nicht zerstört werden, da diese dem Wein Härte/Säure/schlechten Geschmack geben. Aha. Keine Ahnung ob das bei uns genaus so ist.
Insgesamt kommt mir die Verarbeitung von Wein hier etwas feiner und und nicht so grob wie in Europa vor. Der Wein wird in Eichenfässer mit Holz aus Frankreich und USA gelagert. Da das Holz aus verschiedenen Wäldern stammt und so der Geschmack von Fass zu Fass unterschiedlich ist, leeren die Jungs den Wein vor dem Abfüllen nochmals zusammen um so einen gleichschmeckenden Wein zu haben.
Wir bekommen ausschließlich Wein im oberen Preissegment zum Testen. D.h. die billigste Flasche kostet ca. 15 Euro, der teuerste 80 Euro.
Leider ist es mir nicht möglich Wein zu kaufen und mit nach Hause zu nehmen, da ich ja noch Wochen unterwegs bin und leider liefern die Bodegas nicht nach Europa. So bleibt der heutige Tag ein einmaliges tolles Erlebnis.
Wir begutachten einen Weinberg und ich stelle fest, dass die Reben rechts und links mit Netzen bedeckt sind. Dies ist nicht zum Schutz vor Tieren/Vögeln (die kennen das Problem hier gar nicht), sondern Schutz vor Hagel!
Der Tag endet mit einem schönen Cappuccino in einem Café in der Mitte von Mendoza. Ich werde am Abend noch spät zu Abend essen 00.15h!! Die Argentinier sind Nacheulen und dann am Morgen sehr früh Mendoza gen Santiago de Chile verlassen.
Hab hier schon Kontakt mit einem meiner Bekannten aufgenommen. Wir werden uns morgen abend auf ein Bier in Santiago treffen.
Grüße aus der Hochburg des Steaks!

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