Der Ort ist häßlich, der Strand auch. Überall Müll. Doch hier ist einer der besten Spots zum Kitesurfen in ganz Südamerika. Über 9 Monate Wind. Leider ist dieser grad aber nicht da. Wieso? Nun es beginnen wohl grad die 3 Monate wo wenig bis kein Wind herrscht.
Es ist wie verhext...die ersten Tage als ich hier war..war Wind ohne Ende. Draußen 20 Kitesufer und ich finde keinen Kitelehrer der Englisch kann - hätte mir einen nehmen können, der Spanisch spricht, aber da kann ich es mir den Rest auch selber beibringen. Jetzt hab ich 2 gefunden (einen Engländer und einen Brasilianer) und seit gestern wenig Wind. Vor zwei Tagen hat mich der Brasilienboy versetzt (was hier wohl üblich ist..) Und ich bin stinkesauer am Strand hoch und runtergetigert. Hab dabei den Engländer kennengelernt, wie er Kerim aus Istanbul das Kiten in einem Tag beigebracht hat. Kerim wohnt normal im 70km entfernten Coro und ist vor drei Tagen mit nur einem T-Shirt als Ersatz zu einem “Tagesausflug” nach Adicora gekommen. Er blieb hängen... wo er geschlafen hat weiß ich nicht. Hab ihn gestern nacht auf einer Party näher kennengelernt. Er hat 2009 fast die gleiche Reise wie ich gemacht (Seidenstraße) nur umgekehrt - und das auch zur selben Zeit. Sehr witzig - wir sind uns also schon einmal (wahrscheinlich in China) begegnet :-))
Wie ich zu der Party kam? Lange Geschichte.. Zuerst war ich am Mittag bei dem Brasilienboy und hab ihn gefragt, was geschehen ist, dass er mich versetzt hat.. Hab bis heute auf die Frage keine Antwort erhalten... er hat sich entschuldigt und mich gleich auf einen Ausflug eingeladen.. Zusammen mit 9 weiteren Leuten wollte er die Küste in seinem 5.7 L Pick Up hochfahren und an div. Spots kiten. Da würde er mir kiten beibringen u man würde irgendwo im Zelt übernachten. Morgen wären wir wieder zurück. Aha. Nach kurzer Überlegung dachte ich mir, dass ich ja nichts verlieren kann (außer einer schlaflosen Nacht) und ich ja für mich alleine entscheiden kann- also hab ich zugesagt.. Kurz in mein App. Und einen Rucksack mit dem nötigsten gepackt. 20min später gings los. Wir waren zu 10. Erstmal Bier holen (die Kühlboxgeschichte...) Die Chicas (drei Stück) saßen vorne und die Jungs hinten. Das waren ein Pärchen aus Argentinien, eins aus Florida (kamen aber von hier) der Brasilienboy und seine Freundin und 2 Venezuelaner und ein Kolumbianer.. Sehr bunte Truppe. Wir fuhren ca. 40min in den Norden - vorbei am nördlichsten Punkt Venezuelas - da steht ein Leuchtturm.
Nach ca. 20min Offroadfahrt (hinten hatten wir Not zwischen all den Rucksäcken, Kites, Boards, Bier und Hunden nicht von der Ladefläche zu fallen) kamen wir an einem Ort an, an welchem es Sanddünen gab, die bis ans Meer reichten. Toll da oben zu sitzen und das ca. 20km entfernte Aruba zu sehen. Die Kites wurden aufgebaut und die Mädls gingen gleich los. Die Warnung von einem der Venezuelaner, dass es hier “Bullsharks” geben würde, wurde ignoriert..aha. Die machen nichts hat einer der Kiter gemeint.
Bis die Damen zurück waren, war es zu spät für meine Kitestunde. Weiter ging´s zu einer anderen Bucht - dort wollten wir eigentlich campen. Hier kam aber die Polizei und jagte uns weg (Hintergrund war wohl, dass in der Nacht zuvor eine Chessna auf der nahen Straße landete und 1,7 Tonnen Kokain abholen wollte - es gab eine wilde Schießerei mit der Polizei, welche von dem Deal wusste - offensichtlich suchte man noch Flüchtige).
Also den Rückweg angetreten und bei einer anderen Bucht angehalten. Dort fiel dann den meisten ein, dass sie a) keine Taschenlampe bei sich hatten und b) nix zu essen. Der Braslienboy wollte ja ursprünglich zurückfahren um Essen zu holen (und mich wieder an meinem App abzuliefern, da ich eigentlich nicht campen wollte)... er hatte ich wie es mir aber gedacht hatte - keine Lust.
Ich hatte als Vorsehung (so langsam weiß ich wie die Jungs ticken) meinen Schlafsack eingepackt.
Aber der Rest wollte nicht ohne Essen hier sein und da wurde beschlossen, dass man die Grillfeier einfach im Garten von dem Brasilienboy machen würde. Unterwegs würde man einkaufen gehen. So haben wir es dann gemacht und hier hab ich dann später Kerim getroffen, der mit seinem Kitelehrer dazu kam.
Heute war kein Wind und ich fuhr mit einem Sammeltaxi nach Coro (wirklich schade, dass es diese Einrichtung fast überall auf der Welt gibt, außer im braven Deutschland) und hab mir die Stadt angeschaut und nach meinem Ticket für den Nachtbus gekuckt.
Da aber Samstag ist, waren die Geschäfte für die Busstickets schon zu. Erst am Montag wieder.. Da ich Montagnacht fahren will, wird es ein Wagnis werden auf “Gut Glück” an das Busterminal zu gehen (es ist Ferienzeit in Venezuela). In Coro hab ich mir die alten Kirchen aus der Zeit der Spanier angeschaut. Coro ist einer der ältesten Orte der Neuen Welt. Wurde um 1580 gegründet. Außer den Kirchen ist der Ort (140.000 EW) eindrucklos. Hier werde ich keine Nacht verbringen (hatte ich erst geplant). Wenn morgen kein Wind ist, werde ich auf den einen nahegelegenen Berg (860m) steigen und mir Aruba von oben anschauen :-) auf dem Rückweg will ich über Coro fahren und dort in den Sanddünen “sandboarding” machen. Aber ich hoffe doch auf Wind und auf Kitestunden - ich hab mit dem Brasilienboy einen Deal gemacht :-) ich zahle keine 250 Bolivar die Stunde wie ausgemacht, sondern er lernt mir kiten und ich geb´ ihm Stunden in Selbstverteidigung :-) so hat jeder was gelernt :-)) Bin grad dabei mir via Couchsurfing eine Bleibe in Merida zu suchen. Bin gespannt, ob sich jemand auf meinen Anfrage gemeldet hat.
Grüße in die Heimat...

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